MS im Bild

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Künstlerische Auseinandersetzung mit den unsichtbaren Auswirkungen von Multipler Sklerose anlässlich des Welt-MS-Tages 2019

 

Unter demMotto #MyInvisibleMS nahmen weltweit Menschen an unterschiedlichen Kampagnen teil, um das Bewusstsein für verborgene Symptome und den nicht augenscheinlichen Einfluss von Multipler Sklerose auf die Lebensqualität zu schärfen.
 
In Wien wurden aus diesem Anlass am 29. Mai im AKH sowie im MS-Zentrum für Beratung und Psychotherapie Werke von Künstlern bzw. MS-Betroffenen ausgestellt, die sich mit diesem Thema auseinandersetzten. Die Österreichische Multiple Sklerose Gesellschaft sowie die Multiple Sklerose Gesellschaft Wien organisierten diese Veranstaltungen. Auch das Wissenschafts- und Technologieunternehmen Merck Group unterstützte als Partner den Welt MS Tag.
 
„Ich war überrascht über das unglaubliche Engagement und die vielen Bilder oder Texte, die uns zur Verfügung gestellt wurden. Gespräche mit Patienten haben auch gezeigt, dass es für sie oft einfacher ist, sich in kreativer Form auszudrücken“, berichtet Karin Krainz-Kabas, Geschäftsführerin Multiple Sklerose Gesellschaft Wien, über die Idee, auf diese Weise die Menschen zur Auseinandersetzung mit der Krankheit einzuladen.

Viel Aufklärungsbedarf vorhanden

Die Bedeutung derartiger Bestrebungen zur Bewusstseinsbildung unterstreicht auch Univ.-Prof. Dr. Thomas Berger, Leiter Universitätsklinik für Neurologie, MedUniWien, Vorsitzender Multiple Sklerose Forschungsgesellschaft: „Einerseits geht es darum, das Bild von MS als Erkrankung, die unweigerlich im Rollstuhl endet, zu entkräften – auch wenn es nicht heißt, dass es nicht doch auch Patienten gibt, die unter derartigen Beeinträchtigungen leiden.“ Dank moderner Medikamente kann bei früher Diagnose und Behandlung aber der Großteil ein nahezu normales Leben führen.

Ausschluss aus dem Berufsleben

„Andererseits müssen wir auch die gesellschaftlichen Auswirkungen betrachten und neben dem Bestreben, dieMechanismen der Krankheit zu erforschen, auch eine gesamtheitliche, humanistische Betrachtungsweise in den Vordergrund stellen statt nur den Leistungsgedanken“, so Prof. Berger.
 
Über 13.000 Österreicher sind an MS erkrankt und müssen immer wieder mit Stigmatisierungen, Einschränkungen im Job, Arbeitslosigkeit, finanziellen Problemen bzw. Unverständnis kämpfen. „Viele leiden an Beschwerden, die auf den ersten Blick kaum erkennbar sind, wie chronische Müdigkeit (Fatigue), Schmerzen, Blasen- und Darmprobleme, Depression, Gedächtnis- Sexualstörungen“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Jörg Kraus, Neurologe aus Zell am See und Präsident der Österreichischen Multiple Sklerose Gesellschaft (ÖMSG).
 
„Diese unsichtbaren Symptome sind im sozialen bzw. beruflichen Leben schwierig und tragisch. Mansieht den Betroffenen nicht an, dass sie ein ernstes Problem haben, es ist ihnen oft peinlich, darüber zu sprechen. So wird zum Beispiel verkannt, wenn jemand öfter Pausen braucht, und man bezeichnet die Person als arbeitsunwillig.“
 
Meist ist bereits die Diagnose ausreichend, um Betroffene vom Berufsleben auszuschließen, anstelle zu hinterfragen, welche Möglichkeiten bzw. Adaptierungen der Arbeitsprozesse nötig und umsetzbar wären.
Quelle: Krone Gesundheit vom 01.06.2019
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